8.03.2025

Der Topf wird kleiner“

  • Beobachtungen eines langjährigen Fischers am Steinhuder Meer

Kürzlich war Heinz Schweer zur gemeinsamen Sitzung des Vorstandes und Arbeitskreises des VESM eingeladen. Herr Schweer ist Inhaber der bekannten Steinhuder Aalräucherei und einer der nur noch vier aktiven Fischer am Steinhuder Meer. Vierzig Jahre Fischereierfahrung und Kenntnis jedes Winkels am See, davon möchten wir profitieren. Wie stellt sich aus der Sicht eines professionellen Fischers die Lage mit der Verschlammung dar?

Vor allem zwei Punkte hat unser Gesprächspartner benannt: Im Nordwesten des Meeres an der Mardorfer Seite, etwa vom letzten Steg (beim Seehotel) nach Westen führend, breitet sich eine große Schlammbank aus, die früher nicht da war. Eine zweite große Schlammbank ist im Osten (vom Neustädter Ufer aus) festzustellen, die sich ebenfalls ausbreitet und zusehends in die Deipen – frühere natürliche Tiefenrinnen, die inzwischen weitgehend mit Schlamm zugesetzt sind - eingreift. Gerade diese Schlammbank ist aus Sicht des VESM besorgniserregend, denn bei Bestehen normaler Strömungsverhältnisse würde der Schlamm durch die Tiefenströmung Richtung Westen zurücktransportiert werden, anstatt sich hier abzulagern.

Zudem geraten die Deipen vom nördlichen Ufer her unter Druck: Denn an der Kante der flachen ufernahen Zone, die Einheimischen nennen sie den „großen Well“, bildet sich ebenfalls Schlamm und verschmälert die für den See lebenswichtigen Tiefenzonen. Eine weitere, nicht so große, aber dennoch ärgerliche Schlammbank hat sich zuletzt südlich des Wilhelmstein zwischen der Inselfestung und dem Hagenburger Ufer gebildet. Unabhängig davon bestehen außerdem die schon bekannten Flachwasserzonen (z. B. vor Steinhude).

Das Fazit von Heinz Schweer lautet eindeutig: „Der Topf wird kleiner“. Zudem hat er die folgende Beobachtung gemacht: An Tagen mit viel Wind, der klassischerweise aus West/Südwest kommt, bilden sich starke oberflächennahe Rückströmungen von Osten nach Westen/Südwesten, die unmittelbar nahe dem nördlichen und südlichen Ufer verlaufen. Dies ist aus unserer Sicht leider nur konsequent, denn da die Tiefenströmung der Deipen inzwischen entfällt, muss das nach Osten getriebene Wasser zwangsläufig auf diesem Weg zurückströmen.

Die jetzige Lage muss als eine Vorstufe zur baldigen Verschlammung und späteren Verlandung unseres Steinhuder Meeres gesehen werden, darin waren sich alle Teilnehmer einig. Eine eindrucksvolle Bestätigung unseres Engagements also, die wir hier mitnehmen konnten.

Ein Beitrag von Ingo Bartens

Verein zum Erhalt des Steinhuder Meeres e.V.
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