6.11.2026

Podiumsdiskussion am 28.10.2026
Kontroverses und Austausch

Wie angekündigt fand die Veranstaltung in den Strandterrassen statt. Nach einem sehenswerten Film von Dieter Hermann (siehe unten) zur Einführung in das Thema stellte Wilehlm Bredthauer für den VESM die Ergebnisse unserer Tiefen- und Schlammmessungen vor. Wir haben diese bereits u.a. auf der Homepage veröffentlicht, hier also keine inhaltliche Darstellung.

Schnell zeigte sich, dass mindestens eine der beiden Podiumsdiskussionen kontrovers verlaufen würde. Nicht nur, dass seitens des Amtes für regionale Landesentwicklung die Validität unserer Daten bestritten wurde, es hatten sich auch sichtlich die Vertreter der zuständigen Behörden auf die Linie festgelegt, nicht mehr und nichts anderes zu befürworten, als im See-Entwicklungsplan enthalten ist (wir haben über den Plan und unsere Stellungnahme dazu berichtet). Dem haben unsere Vertreter W. Bredthauer und J. Prante deutlich widersprochen und angemahnt, dass es dringlich Zeit für Alternativen und Machbarkeitsstudien bezüglich einer Schlammlagerung in den Torfabbauflächen ist. Denn es ist aus unserer Sicht fünf nach Zwölf, nicht fünf vor Zwölf. Wir bestehen außerdem energisch auf die Aussagekraft unserer in vielen Arbeitsstunden und mit professioneller Unterstützung (Fa. SPE Dredging Solutions) gesammelten Erkenntnisse. Immerhin konnte aber aus diesem Teil der Veranstaltung auch die Erkenntnis mitgenommen werden, dass nicht nur die Schlammentwicklung unserem Meer zusetzt, sondern auch die Folgen des Klimawandels, so z.B. durch ausgedehnte Hitzeperioden im Sommer mit fehlenden Niederschlägen, sich deutlich auswirken.

Viel mehr Entgegenkommen zeigte sich im Austausch mit den politischen Vertretern, mit denen die zweite Diskussionsrunde besetzt war. Je näher diese dem Steinhuder Meer stehen (z. B. Rolf-Axel Eberhardt aus der Regionsversammlung oder Martin Ehlerding aus dem Rat der Stadt Wunstorf), desto konkreter waren die Forderungen, die Entschlüsse zügig zu fassen und alternative Verwertungs-/Aufbewahrungsmöglichkeiten für den entnommenen Schlamm zu finden. Auch die Vertreterinnen der Landespolitik, Wiebke Osigus und Britta Kellermann, signalisierten ihre Unterstützung. Mindestens müssen alle im See-Entwicklungsplan angedachten Maßnahmen zügig und verbindlich durchgeführt werden, somit auch Entschlammungsmaßnahmen. Aber auch im Hinblick auf die als verhärtet wahrgenommenen Fronten zu den Behördenvertretern wurde von der Politik zu Sachlichkeit und der Bereitschaft, neue Wege zu gehen, ermahnt.

Schlussendlich hatten die rund 200 teilnehmenden Gäste die Möglichkeit, sich zu äußern. Es gab lebhafte Rückfragen und Kommentare zur Diskussion, die sehr deutlich zeigten, dass für viele der Anrainer und Nutzer des Meeres das Ende der Geduld erreicht ist. Es werden zügige, praktische Lösungen im Sinne des Erhalts und der ökologischen Gesundheit unseres Meeres erwartet.

Wir vom VESM können uns nur anschließen. Unsere Position ist weiterhin, dass wir selbst bei vorsichtiger Betrachtung von mindestens einer bis eineinhalb Millionen m³ Schlammzunahme allein in den letzten sieben Jahren ausgehen müssen. Wir zweifeln die Wichtigkeit weiterer Maßnahmen wie z.B. die Reduzierung der Nährstoffeinträge keineswegs an, betonen aber nachdrücklich den Vorrang der Entschlammung, und dies in deutlich größeren Dimensionen als bisher geschehen und angedacht. Denn anderenfalls werden tatsächlich, wie in der Diskussion zunächst nur ironisch angemerkt, wenigstens die jüngeren Menschen noch das Ende des Steinhuder Meeres erleben.

Der Film von Dieter Hermann zur Tiefenmessung 2026:

Verein zum Erhalt des Steinhuder Meeres e.V.
MITGLIED WERDEN
IMPRESSUM
Webseite erstellt durch: